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Lucian-Blaga-Übersetzung in Wien vorgestellt



Lucian-Blaga-Übersetzung in Wien vorgestellt

Prof. Dr. Rainer Schubert übersetzte weiteren Band

Von: Hans Dama

Montag, 03. Juli 2017


Kürzlich fand auf Einladung des Rumänischen Kulturinstituts Wien und der Österreichisch-Rumänischen Gesellschaft im Rumänischen Kulturinstitut Wien die Buchpräsentation Lucian Blaga „Das Experiment und der mathematische Geist“ (Experimentul şi spiritul matematic), aus dem Rumänischen übersetzt von Prof. Dr. Rainer Schubert, erschienen im Verlag new academic press, Wien, 2017, statt. Damit sind gemäß Blagas eigenem Testament aus dem Jahre 1959 die „Trilogie der Erkenntnis“ und die beiden thematisch dazugehörenden Schriften „Über das philosophische Bewusstsein“ und die eben genannte Schrift „Das Experiment und der mathematische Geist“ ins Deutsche übersetzt, was der Bekanntmachung von Blagas Philosophie im deutschen Sprachraum sicher sehr förderlich ist.

Lucians Blagas Text verfolgt bekanntlich zwei Entwicklungslinien hinsichtlich des Zusammenhanges von Experiment und mathematischem Geist: Die antik-aristotelische Linie, die sich auch noch in Goethes Farbenlehre nachweisen lässt, und die galilei-newtonsche Linie, deren Experimentalcharakter und deren mathematische „Supramethode“ längst auf viele andere Wissenschaftsgebiete übergegriffen hat. Der Übersetzer weist aus eigener Studienerfahrung darauf hin, wie viel Mathematik heutzutage beispielsweise auch ein Psychologiestudent lernen muss. Obwohl Blagas Text schon über ein halbes Jahrhundert alt ist, so muss er doch als aktueller denn je bezeichnet werden. Das Experiment und der mathematische Geist bilden die Grundlagen unseres wissenschaftlichen Zeitalters. Hier trifft Blaga zweifellos den wissenschaftlichen Zeitgeist des 20. Jahrhunderts. Der Vortrag bot auch Text- und Übersetzungsproben des Buches an.

Im Anschluss sprach der sich im Ruhestand befindliche Wissenschaftstheoretiker und Philosoph Univ. Prof. Dr. Stephan Haltmayer, durchaus mit philosophischen Bemerkungen Lucian Blagas in Zusammenhang stehend, über einen anderen aus Rumänien stammenden Wissenschaftsphilosophen, nämlich Imre Tóth, der nach Vittorio Hösle zu den bedeutendsten Mathematikhistorikern des 20. Jahrhunderts zählt und der lange Jahre auch an der Universität Bukarest gelehrt hat, bevor er nach Deutschland und Frankreich ging. Der Vortrag Haltmayers bezog sich auf die nicht-euklidische Geometrie bei Aristoteles nach Imre Tóth. Die Überlegungen des Vortrags berücksichtigten einige Hauptpunkte der historischen Entwicklung der nicht-euklidischen Geometrie. In diesem Zusammenhang kann darauf hingewiesen werden, dass sowohl bei Lucian Blaga als auch bei Imre Tóth das Verhältnis von Aristoteles zur Mathematik und ihre weitere Entwicklung eine Rolle spielt.

Das Buch ist mit Unterstützung des Nationalen Bücherzentrums Rumänien durch das Translation und Publication Support Programm des Rumänischen Kulturinstituts erschienen. Der Übersetzer Rainer Schubert, geb. 1948, promovierte in Philosophie an der Universität Wien, war langjähriger Leiter des Österreichischen Kulturforums in Bukarest und später Professor für Philosophie an der deutschsprachigen Abteilung der Babeş-Bolyai-Universität in Klausenburg/Cluj-Napoca. Derzeit ist er Hochschulprofessor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz (NÖ). Er ist mehrfacher Buchautor zur Technik- und Kulturphilosophie. Rainer Schubert beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Philosophie Lucian Blagas und hat außer dem jetzt erschienenen Buch auch die anderen Bücher der „Trilogie der Erkenntnis“ ins Deutsche übersetzt. Prof. Schubert ist überzeugt davon, dass Lucian Blaga besonders der deutschsprachigen Philosophie noch sehr viel zu sagen hat. Der Korreferent Stephan Haltmayer, geboren 1933, ist für das Gesamtgebiet der Philosophie habilitiert und war viele Jahre als Universitätsprofessor an den Instituten für Philosophie und für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsforschung der Universität Wien beschäftigt. Seine Lehrtätigkeit und Publikationen haben den Schwerpunkt griechische Antike. Der Generalsekretär der Österreichisch-Rumänischen Gesellschaft, Mag. Lukas Vosicky, drückte die Hoffnung aus, dass noch viele weitere Übersetzungen des Werks von Lucian Blaga im Verlag new academic press erscheinen mögen.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier: www.adz.ro/kultur/artikel-kultur/artikel/lucian-blaga-uebersetzung-in-wien-vorgestellt/


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