Die Ausstellung „Formen der Wirklichkeit # 2“ in der RKI Wien Galerie auge
21 - 15 NOV - DEZ 2017 18:30

Die Ausstellung „Formen der Wirklichkeit # 2“ in der RKI Wien Galerie

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In der Zeit von 21. November - 15. Dezember präsentiert die RKI Wien Galerie die Ausstellung „Formen der Wirklichkeit # 2“, welche Werke von internationalen KünstlerInnen zeigt, die im September 2017 am internationalen Kunst-Symposion in Kaisersteinbruch teilgenommen haben: Dacian Andoni (Rumänien), Gabriela Culic (Rumänien), Dmitri Şibaev (Moldawien), Doris Dittrich (Österreich), Bruno Joly (Frankreich) und Gábor Szűcs (Slowakei). Die Schau wurde von Fabio Gianesi und Ana-Maria Altmann kuratiert, die auch für das Projektmanagement der Veranstaltungsreihe verantwortlich zeichnen. Das interdisziplinäre Kunst-Symposion im September 2017 befasste sich mit Inhalten und Strategien der Erinnerung. Der künstlerische Zugang reflektiert mittels eines ungezwungenen Dialogs die Vergangenheit im zeitlichen Jetzt und ermöglicht verblüffende Blicke auf historische Erzählungen.

Am 21. November, um 18.30 Uhr, im RKI Wien (Argentinierstraße 39, 1040) findet die Vernissage der Ausstellung in Anwesenheit der KuratorInnen und der KünstlerInnen Dacian Andoni, Doris Dittrich, Bruno Joly und Gábor Szűcs statt. Musikalisch wird die Veranstaltung durch den Pianisten István Bonyhádi umrahmt.

Der Museums- und Kulturverein Kaisersteinbruch fungiert seit über 26 Jahren als Plattform für internationale zeitgenössische KünstlerInnen. Im Sinne seiner 1990 festgelegten Gründungsidee hat der Museums- und Kulturverein damals, in Erinnerung an die umfangreiche Geschichte des Ortes Kaisersteinbruch, ein internationales Bildhauer-Symposium gestartet, das jährlich abgehalten bis 2007 bestand. Mit einer Neustrukturierung der bestehenden Ziele wurde 2014 die Aufarbeitung und Reflexion der Ortsidentität sowie die Weiterführung der kulturellen Belebung intensiviert und 2016 die künstlerische Reihe mit einer Öffnung zu sämtlichen Medien der bildenden Kunst wiederaufgenommen.

Dacian Andoni

Das Werk des rumänischen Malers scheint auf den ersten Augenblick melancholisch, zart und ruhig. Erst mit eindringender Tiefe in dessen malerische Welt offenbart sich die Beständigkeit als Charakteristikum der Existenz. Die Abbildung des Äußerlichen wird als scheinbare Attitüde der Distanz durch die eigene Spurensuche außer Kraft gesetzt. Prägnant und monumental wirken seine architektonisch gestalteten Formen, die etwas Expressiv-Gestisches ausstrahlen.

 

Gabriela Culic 

Die rumänische Künstlerin führt die Betrachtenden in ein Weltzeitalter, das gleichzeitig war und nie gewesen ist, von dem sie sicher sind es zu kennen, aber es doch nicht behaupten können und sich in einer Urzeit wiederfinden, in der sie den Beginn allen Seins immer und immer wieder neu begreifen können. Ihre Wirklichkeitsentwürfe überlagern sich Träumen gleich, in den vielen, zarten Schichten ihrer Leinwände, verweisen aufeinander, bedingen sich gegenseitig, bleiben aber trotz ihrer eleganten Komplexität nie undurchdringlich.

Dmitri Șibaev

Die Arbeiten des moldawischen Künstlers lassen lichtdurchflutete Landschaften in impressionistischer Malweise zu einem spontanen Erlebnis werden. Seine präzise Beobachtung malerischer Atmosphären entbehrt jeglicher sentimentalen Idealisierung und stellt die eigene Realität in illusionsloser Aufrichtigkeit dar. Ein tieferer Sinn dominiert die Suche nach Harmonie und stellt die ästhetische Gesinnung als gleichwertigen Parameter der Form bei.

 

Doris Dittrich

Das OEuvre der burgenländischen Künstlerin befasst sich — gleichsam als Archäologie der Zukunft — ungezwungen mit einer Momentaufnahme des Lebens, dessen innerste Regung die Essenz von Alltagskultur reflektieren und eine Konstante in ihren Arbeiten darstellen. Ihre Malerei entfaltet sinnreich erzählerische Geschehnisse, das grafische Schaffen entwickelt mittels gefundener Materialien ein intuitives Spiel und die bildhauerischen Werke erforschen die Relation von Kunst und Sprache.

 

Gábor Szűcs

Dem slowakischen Künstler dient sein Umfeld als Quelle aller Dinge. Seine Werke erscheinen abstrakt, offenbaren alleine durch die Titel eine Auseinandersetzung mit dem realen Raum und streben eine ästhetische Beziehung zwischen Virtualität und Wirklichkeit an. Das scheinbare Chaos wird durch kontrastreiche Kompositionen strukturiert, um penibel und mit Bedacht Sphären zu arrangieren, die ambivalente Qualitäten annehmen können.

 

Bruno Joly

Der französische Fotokünstler bekundet in seinen Arbeiten die Suche nach einer sensiblen und objektiven Darstellung des Menschen. Das Leben hinterlässt im Gesicht unwiederbringliche Spuren, deren Sichtbarkeit als Relikte der Vergangenheit und einer bereits gelaufenen Zeit offenbar werden. Der Blick der Betrachtung wird durch einen direkten, intimen Augenblick atmosphärisch verdichtet und präsentiert in aller Deutlichkeit eine der vielen Geschichten des Lebens.

Die Ausstellung „Formen der Wirklichkeit # 2“ kann im Rumänischen Kulturinstitut in Wien im Zeitraum 21. November - 15 Dezember besucht werden, von Montag bis Freitag zwischen 10.00 und 17.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.