EUNInClusive - Kunstprojekte ausgewählter UNESCO-Schulen buchstabe
16 APRIL 2018

EUNInClusive - Kunstprojekte ausgewählter UNESCO-Schulen

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Am Montag, 16. April 2018, um 15:00 Uhr, findet in der ARGEkultur (Ulrike-Gschwandtner-Straße 5, 5020 Salzburg) unter dem Titel EUNInClusive, die Präsentation von Kunstprojekten ausgewählter UNESCO-Schulen zum Thema der sozialen Inklusion statt.

Bei „EUNInClusive“ handelt es sich um eine Ausschreibung zu einem Kunstwettbewerb des EUNIC Austria Kulturnetzwerks zum Thema der sozialen Inklusion, der sich an alle österreichischen UNESCO-Schulen mit SchülerInnen ab der siebten Klasse bis zur Matura gerichtet hat. Mit Ende der Einreichfrist im Oktober 2017 wurden durch eine Jury vier Projekte von sechs Schulen (drei Salzburger Schulen, eine Grazer Schule, zwei Wiener Schulen) mit insgesamt rund 90 SchülerInnen ausgewählt. Die Abschlussveranstaltung findet am 16. April 2018 statt mit allen beteiligten SchülerInnen, LehrerInnen, den Jurymitgliedern, VertreterInnen von EUNIC Austria sowie allen weiteren Stakeholdern in Salzburg statt.

 

Die feierliche Präsentation der vier Projekte wird von Kurt Lenzbauer moderiert und der Abend wird musikalisch von Sorinatu, sowie durch die Performances des Tanzvereins Doyobe umrahmt.

 

Begrenzte Teilnehmerzahl. Eine Anmeldung ist unter eunic.austria@mzv.sk bis zum 10. April 2018 erforderlich.

 

1.      „Iphigenie inclusive“ (Theaterstück)

Projekt Bundesgymnasium, Bundesrealgymnasium und Wirtschaftskundliches Bundesrealgymnasium Wien

Das GRG Franklinstraße 26 integriert junge Geflüchtete in Übergangsklassen. Das Bühnenspiel schafft ihnen einen Raum, ihre eigenen Erfahrungen verbal aber auch nonverbal zum Ausdruck zu bringen. Diese Art der Kommunikation trägt dazu bei, Barrieren zu überwinden - ein zentrales Anliegen der UNESCO-Schulen. In Workshops aus dem Bereich Theaterpädagogik wurde das Thema Flucht und Isolation in Stegreifszenen aufgegriffen und entwickelt.

Im Rahmen der Theatergruppe nehmen 16 SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergund am Stück Teil. Sie inszenieren ausgehend von der Situation der jungen Iphigenie in Aulis ihre eigenen Erfahrungen von Isolation und Flucht. Ziel ist es, Verständnis für die Probleme junger Flüchtlinge zu entwickeln und die GastschülerInnnen besser zu integrieren. Durch den kreativen Umgang mit Sprache wird die Ausdrucksfähigkeit aller Beteiligten gefördert und ein Aufeinanderzugehen in guter Atmosphäre möglich.

 

2.      Inklusion und Diversität – Das Anderssein in uns und in der Gesellschaft

(Kunst auf Leinwänden und Video)

Gemeinsames Projekt: NMS / Praxisschule Pädagogische Hochschule Salzburg, Gymnasium und ART-ORG St. Ursula Salzburg, Private Neue Mittelschule Goldenstein

Bildzeichen verbinden Menschen unterschiedlicher Sprachen und Generationen und fördern eine intensive Auseinandersetzung in den unterschiedlichen Netzwerken. Netzwerke sind ein Symbol für Diversität, Inklusion und Lebensformen. Um diese Ideen in einem Bild festzuhalten, werden farbige Flächen durch ein Gewirr von feinen Linien miteinander in Verbindung gesetzt. So entstehen neue Symbole. Bildzeichen als Abbild der Diversität ermöglichen verbindende Bewegungsräume.

Das Projekt sensibilisiert die SchülerInnen für die Bedeutung der Inklusion bzw. für Gemeinsamkeiten in der Vielfalt. Die Sensibilisierung für gesellschaftspolitische sowie rollenspezifische Schwerpunkte wird in den gestalterischen Findungsprozessen eingesetzt. Dabei erfolgt eine Erweiterung der persönlichen Wahrnehmung der Gemeinsamkeiten im unterschiedlichen Wirken. Die SchülerInnen entwickeln eine eigene Bildsprache, die durch Form, Farbe, Ton und Licht ausgedrückt wird. Die unterschiedlichen Materialien ermöglichen einen vielfältigeren Ausdruck für Inklusion bzw. Diversität und führen zu einer selbstständigen Bildgestaltung.

3.      Strange Fruit (Installation und Video)

Projekt Graz International Bilingual School 

Der Ausdruck “Strange Fruit“ wird im Englischen sehr vielfältig verwendet. Während der letzten Jahrzehnte haben zahlreiche Organisationen, aber auch Kunstwerke diesen Namen benutzt, da er in gewisser Weise eine positive Art des „anders seins“ beinhaltet. Dennoch hatte der Begriff vor ca. 80 Jahren eine ganz andere Bedeutung, die heute allgemein kaum mehr in Erinnerung ist. Er wurde häufig als Teil von Protestbewegungen eingesetzt, um nationalistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Gerade deswegen hat der Ausdruck in der heutigen Zeit nicht an Bedeutung verloren, wie etwa die derzeitigen rassistischen Bewegungen in den Vereinigten Staaten zeigen.

75 SchülerInnen der Graz International Bilingual School (GIBS) haben im Rahmen des Kunstunterrichts ihre ganz individuellen „Strange Fruit“ gestaltet. Sie präsentieren diese auf einem 4 Meter hohen und 4 Meter breiten Baum aus Kupfer. Die Früchte bestehen aus unterschiedlichsten Materialen sowie Formen und reflektieren damit die verschiedenen Charaktere der SchülerInnen. Im Ganzen betrachtet stellt das Kunstwerk somit unsere bunte und vielfältige Gesellschaft dar und appelliert an die BetrachterInnen, unsere kulturelle Diversität zu zelebrieren.

4.      Die graue Stadt (Tanztheaterstück)

Projekt GRG 17 Parhamergymnasium

In der Stadt Grauingen ist alles grau. Selbst die BewohnerInnen, die Grauinger, sind grau. Sie singen jeden Tag das gleiche Lied und arbeiten allesamt in ein und der selben Fabrik. Sie produzieren täglich Plastikbälle, und das schon so lange, dass die Stadt von einem riesigen Müllberg umschlossen ist. Dieser ist die Grenze ihres Horizontes, denn die Grauinger verlassen nie ihre Stadt. Doch eines Tages wird die Eintönigkeit durchbrochen: es zieht die regenbogenfarbene Familie Buntikus in die Stadt. Diese hat unglaubliche Strapazen auf sich genommen, um den Müllberg zu überwinden. Die EinwohnerInnen von Grauingen sind verwirrt, manche heißen die Familie willkommen, andere ignorieren die Neulinge…

Im interaktiven Tanztheaterstück wird das Thema der sozialen Inklusion gleich doppelt beleuchtet. Einerseits anhand des Unterschiedes zwischen Familie Buntikus und den Grauingern und den dadurch resultierenden Schwierigkeiten. Andererseits werden die SchülerInnen und ZuseherInnen aktiv dazu aufgefordert, sich zu überlegen, was weiter passieren soll. Ferner macht das Stück durch den gigantischen Müllberg und die immer weiter produzierende Ballfabrik auf unsere Überschussgesellschaft und ihre katastrophalen Auswirkungen auf die Umwelt aufmerksam. Auch in diesem Bereich macht die Summe des Verhaltens jedes Einzelnen den großen Unterschied.