Klavierabend mit Mihaela Manea klang
5 NOVEMBER 2021 19:00

Klavierabend mit Mihaela Manea

Hommage an Iancu Zuckerman (1922-2021)

Ort:

Die Pianistin Mihaela Manea lädt am 5. November, um 19.00 Uhr, in den Bösendorfer Salon Musikverein (Eingang Canovagasse 4, 1010 Wien) zu einem Konzert in Gedenken an Iancu Zuckerman (1922-2021) ein ‒ Überlebender des Pogroms von Iași/Jassy im Juni 1941, der sein Leben der Musik widmete und als Mäzen junge KünstlerInnen unterstützte.

Programm:

W.A. Mozart – Klaviersonate a-Moll, KV 310

Frédéric Chopin – Andante spianato et Grande Polonaise brillante, op. 22

Sergej Prokofjew – Klaviersonate Nr. 6 in A-Dur, op. 82

Anmeldung bis zum 03.11.2021 unter office@rkiwien.at Die Anzahl der Sitzplätze ist begrenzt. Die Teilnahme erfolgt unter Beachtung der geltenden Gesundheitsvorschriften. 

Mihaela Manea wurde 1996 in Rumänien geboren und begann ihr Klavierstudium im Alter von sechs Jahren. Sie studiert an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Prof. Stefan Arnold. Juni 2019 schließt sie ihr Bachelorstudium mit Auszeichnung ab, 2020 bekommt Mihaela den Benjamin-Preis der Wolfgang Bösch Privatstiftung, für ausgezeichneten Erfolg im Studium.

2011-2021 war sie in Rumänien Stipendiatin der „Martin und Adriana Sternin“ Stiftung, 2016-2017 bekommt sie das Stipendium der Wiener Beethoven Gesellschaft und 2018-2019 erhält sie ein Stipendium von der Martha Sobotka-Charlotte Janeczeck Stiftung der mdw.

Bedeutende künstlerische Impulse erhielt sie von Prof. Avedis Kouyoumdjan, Angela Hewitt, Robert Levin, Heinz Medjimorec, Markus Schirmer, Rolf-Dieter Arens, Cordelia Höfer-Teutsch, Herbert Rüdisser, Michail Markov. Zuletzt hat sie 2021 den Pianistinnen Preis der Internationalen Sommerakademie der mdw gewonnen, in 2017 den „Dinu Lipatti“ Preis beim 1. Transylvanian International Competition in ihrer rumänischen Heimat gewonnen, zuvor 2016 beim International Piano Competition for Young Musicians, Enschede, Niederlande, den 3. Preis und den Presse Preis.

November 2018 hat Mihaela Manea ihr Debütkonzert im Wiener Musikverein in dem Gläsernen Saal (in dem TastenLauf Zyklus 2018/19) und Dezember 2019 debütiert sie im Großen Saal des rumänisches Athenäums in Bukarest, mit der „George Enescu“ Philharmonie und dem Dirigenten Horia Andreescu.

Einen besonderen Wert legt Mihaela auf Kammermusik, sie konzertiert in Ensembles mit Musiker wie Christian Altenburger, Reinhard Latzko, Rudolf Leopold.

Iancu Zuckerman (1922-2021)

wurde am 30. Oktober 1922 in Iași/Jassy geboren. Schon im frühen Alter erhielt er eine jüdische Erziehung, die ihn bei der Vervollkommnung seiner Persönlichkeit begleitete.

Wegen antisemitischer Einschränkungen brach er seine Gymnasialausbildung ab. Während des Pogroms von Jassy (Juni 1941) überlebte er den Todeszug Iași - Podu Iloaiei.

Nach der Befreiung am 23. August 1944 durch die Sowjetarmee absolvierte er das Gymnasium und besuchte die Kurse der Agrarwissenschaftlichen Fakultät, die er 1949 abschloss. Er arbeitete acht Jahre lang in landwirtschaftlichen Einheiten als Chefingenieur und zehn Jahre als stellvertretender Chefredakteur des Verlages „Redaktion der Agrarzeitschriften“ im Landwirtschaftsministerium.

Seit seinem sechsten Lebensjahr spielte er über sieben Jahrzehnte Violine, arbeitete mit berühmten MusikerInnenn zusammen und unterstützte sie dauerhaft (Mendi Rodan, Valentin Gheorghiu, Rudolf Buchbinder, Radu Lupu, Sherban Lupu, Dan Grigore).

Er war ein großer Musikliebhaber, mit der Gabe, junge Talente zu entdecken, die er sowohl persönlich, als auch mit Hilfe der „Adriana und Martin Sternin Stiftung“ durch monatliche Stipendien auf ihren beruflichen Werdegang unterstützte. Ebenso gründete er den Kulturverein „Iancu Țucărman und Maria Popa“, der sich der weiteren Förderung und Unterstützung der begabten jungen MusikerInnen widmete.

Als Überlebender des Pogroms von Jassy arbeitete er als aktives Mitglied permanent mit dem Rumänischen Nationalen Institut für Holocaust-Erforschung „Ellie Wiesel“ zusammen.

Er war zehn Jahre lang Leiter der Musiksendung von Radio „Shalom“ im Jüdischen Gemeindezentrum in Rumänien.